vor 3 Jahre
#1
Hallo!
Mein Name ist Laura Simon. Nach den Herbstferien in RLP fange ich an einer RS Plus an als "Deutschlehrer" für zwei rumänische Schüler 7/8. Klasse. Ich habe auf diesem Gebiet keine-kaum Erfahrungen.
Ich habe kaum Informationen über die Schüler - laut Schulleitung können sie weder Englisch noch Deutsch.
Ich bin gebeten worden die beiden Schüler einzeln zu unterrichten.
Für eine Gruppe mit mehreren Schülern hätte ich einige Ideen wie wir gemeinsam ins Gespräch kommen würden und wie ich die einzelnen Stunden aufbereiten würden, jedoch habe ich Bedenken in einer Eins-zu-eins Betreuung richtig ins Gespräch zu kommen. Da ich leider kein Rumänisch spreche, sind wir auf andere Kommunikationsmittel angewiesen.
Habt ihr Ideen, Vorschläge, Tipps etc. wie ich meine Stunden aufbereiten könnte und wie ich das Eis brechen, damit die Schüler mit mir sprechen...??
Ich bin über jeden Tipp dankbar.
Viele Grüße
Laura Simon
vor 3 Jahre
#2
reply to laurasimon87's post #1
Liebe Laura,

am Anfang brauchst du sehr viele Bilder und TPR-Aktivitäten, damit die Bedeutung der eingeführten Wörter eindeutig machen kannst.
Nachdem die Schüler erlernen, wie man sich auf Deutsch vorstellt (einfach "Ich bin"-Formula wiederholen lassen, dann mit Fotos von berühmten Leute spielen: Namen ersetzen), kannst du ihnen Verben aus dem Alltag beibringen, die du mit Körpersprache veranschaulichen kannst: trinken, essen, lesen, schreiben, usw.
Nicht zu viel auf einmal! 6-8 Wörter sind genug meiner Meinung nach. Am besten führst du sie in 3. Pers. Singular Form ein: "Laura trinkt." Und du machst, was du gesagt hast. Der Schüler soll den Satz wiederholen. Dann sagst du: "XY (Vorname des Schülers) trinkt." Er wird warscheinlich verstehen, dass jetzt er dran ist, die Aktivität zu zeigen.
Mache das gleiche mit den anderen Verben.
Am Ende der Stunde sollen die neue Wörter, Wendungen auch abgeschrieben werden: Am Anfang sollst du das Deutsche Wort schreiben, vorlesen, wiederholen lassen, vorlesen lassen. Der Schüler hat die Aufgabe, die Bedeutung in seiner Muttersprache daneben zu schreiben.
Hoffentlich konnte ich dir ein bisschen helfen.
Viel Erfolg und Spaß zur Arbeit!

Tschüss!

Magdolna Szabó
vor 3 Jahre
#3
reply to magdolnaszabo's post #2
Hallo Magdolna,

vielen lieben Dank für deine Anwort. Deine Ideen und Tipps sind super. Du hast mir schon sehr weitergeholfen, zumindest für die ersten Stunden:-) TPR war mir neu. Habe eben ein wenig darüber gelesen und werde mich weiter einlesen. Sehr interessant!

Kannst du mir Bücher empfehlen? Bin auf der Suche nach einer Art Leitfaden in die Richtung "Wann führe ich was ein". Gibt es so etwas?
"Bringe ich den Schüler erst nur einzelne Wörter bei, dann Sätze oder gleich Sätze? Wann beginne ich mit Grammatik? Schritt für Schritt aber welche Bausteine folgen aufeinander?..."Das sind alles Fragen, die mir im Kopf herum schwirren, und auf die ich noch keine genauen Antworten gefunden habe.
Da ich Deutsch nicht studiert habe, ist das Fach für mich auch Neuland und ich habe großen Respekt vor meiner Aufgabe!
Vielleicht hast du ja einige Informationen für mich in digitaler Form?
Zu Materialien werde ich mich mal hier umschauen und habe mir auch schon einiges zugelegt.

Über weitere Ideen, Tipps, Anregungen von dir würde ich mich sehr sehr freuen!

Laura

vor 3 Jahre
#4
reply to laurasimon87's post #3
Liebe Laura,

es freut mich sehr, dass die obigen Ideen Dir hilfreich waren.

Leider kann ich kein Buch nennen, das Dir konkrete Hilfe leisten kann. Aber aus eigener Erfahrung kann ich vielleicht einge Tips geben.

Vor Jahren hatte ich die Gelegenheit, in einer Grundschule für Einwandererkinder in Bamberg zu hospitieren. Dort unterrichteten deutschsprachige Lehrer alle Schulfächer auf Deutsch. Die Kinder hatten aber Anfangs geringe oder gar keine Deutschkenntnisse. Die Sprachschwerigkeiten zu überwinden verwendeten die Lehrer Visualisierungstechniken aller Art. Ausserdem fokussierten sie an die Alltagssprache: sie gingen von den häufigsten gebrauchten Wörtern und Wendungen aus, die sie jeden Tag wiederholten. Dadurch erworben die Kinder erstaunlich schnell einen Grundwortschatz der dann systematisch erweitert wurde.

Auf Deine Frage "Wörter oder Sätze" würde ich sagen: auch Sätze von Anfang an, denn Kinder wollen Kommunikation (und das ist eigentlich das Endziel). Ausserdem sind isolierte Wörter schwieriger zu merken, als wenn sie in Situation eingebettet sind.

Meiner Meinung nach solltest du ein DAF Lehrwerk (z.B.: Planet) zum Ausgangspunkt wählen, denn die grammatischen Inhalte, die Alltagssituationen und die dazu gebrauchte Redemittel sind darin gut zusammengefasst und meistens stellen die Verlage auch einen Lehrplan zur Verfügung, der deutlich macht, in welcher Reihenfolge die Lerninhalte eingeführt werden sollen.

Hier findest du Vieles über Planet:
https://www.hueber.de/seite/list.php?page=pg_info_konzept_pla

Viel Erfolg und viel Spaß zu Deiner Arbeit! :-)

Magdi



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